Die Wirtschaft muss brummen. Nicht der Kopf.

Wer bin ich?

Vor 20 Jahren erblickte ich im Virchow-Klinikum im Wedding das Licht der Welt. Ich war ein echter Nachzügler, denn mein Vater ist Jahrgang 1951, meine Mutter 1959. Meine ersten Lebensjahre verbrachte ich im Afrikanischen Viertel in Wedding, zusätzlich für ein paar Jahre am Schäfersee in Reinickendorf. 2006 zog ich mit meinen Eltern in die Dietzgenstraße, direkt an den Schlosspark Niederschönhausen. Hier besuchte ich bis 2010 die Grundschule an den Buchen, in der ich mich trotz reichlich maroder Räumlichkeiten wohlfühlte.

Gleichzeitig begann in dieser Zeit eine schwierige Phase für meine Familie, da mein Vater 2009 nach dreißig Jahren Beschäftigung bei Hertie als Einzelhandelskaufmann aufgrund der Insolvenz seines Arbeitgebers arbeitslos wurde. Meine Mutter musste in dieser Zeit fast 50 Stunden in der Woche arbeiten, damit wir über die Runden kamen – jeder Cent wurde zweimal umgedreht. Erst als sich mein Vater mit fast 60 Jahren beruflich noch einmal komplett umorientierte und sich in der Abendschule zum staatlich examinierten Altenpfleger fortbildete, entspannte sich die Situation etwas. Doch diese Zeit hat mich sehr geprägt – denn ich weiß, wie schwierig, kräftezehrend und niederschlagend für viele Berlinerinnen und Berliner der Kampf am Monatsende um die letzten Euros in der Tasche ist.

2010 wechselte ich auf das Rosa-Luxemburg-Gymnasium. In meinen acht Jahren bis zum Abitur hatte ich immer viel Spaß mit Lehrern und Mitschülern. Ich habe aber auch gemerkt, wie elitär Gymnasien sind: In meiner Klasse war ich der Einzige, bei dem die Eltern keine Akademiker sind. Es ist wichtig, dass es Gymnasien als Orte besonderer Förderung erhalten bleiben. Das darf aber nicht heißen, dass diese zu einem abgeschirmten Ort für die oberen zwanzig Prozent der Gesellschaft verkommen. 

Seit 2011 wohne ich nun in der Vinetastraße. Meine Eltern zwar mittlerweile in Lichtenrade, aber ich fühle mich nach wie vor in Pankow Süd pudelwohl. Nach meinem Abitur 2018 reiste ich durch Kasachstan, Kirgistan, China und tingelte per Anhalter durch Griechenland, die Türkei, Georgien und Bulgarien. Eine unglaublich wertvolle Zeit, die mir zeigte, wie gut wir es in Deutschland haben und dass es den meisten auf der Welt wesentlich schlechter ergeht. 

Mein großer Traum: Arzt werden. Deswegen begann ich 2019 ein Medizinstudium an der Charité in Berlin. Doch leider erkrankte meine Oma, die fast bis zu ihrem Tod in der Binzstraße lebte, schwer an Demenz und wurde hochgradig pflegebedürftig. In den ersten Tagen meines Studiums stürzte sie schwer und konnte infolge dessen kein selbstständiges Leben mehr führen. Meine Mutter und ich waren uns einig, dass wir sie so lange wie möglich zu Hause pflegen wollten, um ihr den aufzehrenden Umzug in ein Heim zu ersparen. Und so musste ich mein gerade begonnenes Medizinstudium unterbrechen, um meine Oma täglich zu windeln, sie zum Arzt zu fahren, für sie einzukaufen oder ihr etwas zu kochen. 

Im Februar 2020 wurde sie von ihren Schmerzen erlöst. Für mich waren diese letzten Monate eine prägende Zeit, die mir gezeigt hat, wie wertvoll Gesundheit, Unterstützung und gute Pflege sind. Jetzt konnte ich meine Ausbildung zum Rettungssanitäter abschließen, arbeite als dieser bis heute und bin überglücklich, nun wieder an der Charité Medizin studieren zu dürfen, um in ein paar Jahren als Kinderarzt zu praktizieren. 

In meiner Freizeit spiele ich Klavier und Orgel, lese viel, fahre für mein Leben gerne Motorrad und Fahrrad, engagiere mich seit 2019 als Ortsvorsitzender in der CDU Pankow Süd und nutze die wahnsinnig umfangreichen kulturellen Angebote Berlins – Galerien, Opernhäuser, Theater, Clubs – immer wieder aufs Neue. 

Ich liebe Berlin, ich lebe Berlin. Hier bin ich geboren, aufgewachsen und hier werde ich noch viele Jahre meines Lebens verbringen. Ich liebe meine Heimatstadt mit all ihren Ecken und Kanten. 

Was ich aber nicht hinnehmen möchte, ist, wie schlecht es aktuell regiert, vielmehr verwaltet wird. Ich trete für frischen Wind in CDU und Berlin an, damit sich das ändert!

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